Montagsfrage: Kopfkino, ja oder nein?

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Wenn du liest, stellst du dir dann bewusst alles vor oder passiert das eher automatisch? Oder liest du einfach ohne Kopfkino?

Um diese Frage zu beantworten, nehme ich das obere Buch vom Bücherstapel. Ein Fachbuch, das griffbereit auf dem Schreibtisch liegt: Der dtv-Atlas Ethnologie. Ich führe ein kleines Selbstexperiment durch. Was passiert nun? Ich schlage eine beliebige Seite auf und lese den ersten Satz, den ich erhasche. Es handelt von der „Entstehung der Schrift“ auf Seite 271. Sofort tanzen antike Schriftzeichen und Papyrusrollen vor meinem geistigen Auge herum. Na, das passt ja gut zum Thema Lesen. Kurios. Während ich das Buch öffne, bekomme ich das Gefühl, ich würde in das Buch hinein klettern. Geräusche von außen werden unmittelbar ausgeblendet – es gibt nur noch diese Lektüre und mich. Dann sinke ich tiefer in den Inhalt – wie in einen Treibsand. Irgendwie so, als würde ich eine dieser russischen Schachtelpüppchen, Matroschka genannt, öffnen. Nach jeder Schicht erscheint ein neues Püppchen, ein neues und wieder ein neues… Jedes Püppchen unterscheidet sich von den anderen und wird irgendwie immer interessanter… neugierig will ich wissen, ob im nächsten Püppchen ein weiteres steckt. Und so weiter. So geht es mir beim Lesen.

20160419_170213In meinem Schrank neben dem Schreibtisch stehen Matroschkas aus meiner Kindheit. Seit langem habe ich die Püppchen heute wieder geöffnet. Erinnerungen an früher werden wieder wach. Aber das ist eine andere Geschichte…

Hintergrundinfo: Die Montagsfrage habe ich im Blog bei Bücherfresserchen gefunden. Es ist ein Event, das montags startet. Jede/r kann mitmachen und hat sieben Tage Zeit zur Antwort. Ich bin spät dran, es ist bereits Dienstag. Eine tolle und inspirierende Idee. Danke an Bücherfresserchen!

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